Mietje Bontjes van Beek
Mietje Bontjes van Beek

Heinrich Christoph Gottlieb Breling :  14.10.1849 - 06.09.1914,             Seine Kindheit verbrachte Heinrich Breling in Fischerhude als Sohn des Wilhelmshauser Grenzaufsehers. Von 1863 bis 1869 studierte er Kunst in Hannover. Später in München war er Schüler von Wilhelm von Diez. 1883 wurde er zum Professor an der Akademie der Bildenden Künste München ernannt. Seit 1884 war Heinrich Breling Hofmaler von König Ludwig II. von Bayern und malte mehrere Aquarelle von König Ludwig II. und dessen "heimlichen Residenzen" . 1892 siedelte Heinrich Breling mit seiner Frau Amelie und den sechs Töchtern endgültig nach Fischerhude um. 1908 ließ er in der Bredenau sein neues Atelier errichten, das bis 2012 von seinen Enkeln Tim und Mietje Bontjes van Beek genuzt wurde. Seine Enkelin Cato wurde in Berlin ermordet.Schwiegersohn Jan Bontjes van Beek und Tochter Olga. Seine zweitälteste Tochter Louise Modersohn -Breling (1883–1950) war mit dem deutschen Landschaftsmaler Otto Modersohn (1865-1943) verheiratet. Sein Enkel aus dieser Ehe ist der Maler Christian Modersohn. Seine Tochter Amelie Breling  (1876–1966) wurde Lehrerin in Hannover, Malerin, Bildhauerin und Keramikerin; mit ihrem Schwager Jan Bontjes van Beek gründete sie 1922 eine Keramikwerkstatt in Fischerhude.

Olga Bontjes van Beek (geborene Breling) 14.08.1896 - † 17.02.1995  War eine deutsche Tänzerin, Bildhauerin und Malerin.

Sie wurde 1896 als jüngste Tochter des Malers Heinrich Breling in einer Künstlerfamilie geboren. 1913 begann sie an der Isadora duncan-Schule in Darmstadt mit ihrer Tanzausbildung. Danach absolvierte sie als Tänzerin zahlreiche Tourneen im In- und Ausland, zeitweilig begleitet von dem Pianisten Walter Gieseking. Als Sent M’Ahesa-Schülerin für Ausdruckstanz ging sie in den Jahren 1919 und 1920 auf Tanz-Tournéen mit ihrem Tanzpartner Jan Bontjes van Beek, den sie 1920 heiratete. Gemeinsam hatten sie drei Kinder: Cato, Mietje und Tim.

Ab 1925 wandte sie sich der Malerei zu und war Schülerin des Malers Fritz Mühsam in Paris. Sie war unter anderen mit Bernhard Hoetger , dem Maler Heinrich Vogeler, Kurt Schwitters, Joachim Ringelnatz und dem Philosophen Theodor Lessing befreundet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg prozessierte sie zwölf Jahre lang gegen das Land Niedersachsen , um die Rehabilitierung ihrer 1943 in Berlin Plötzensee als Mitglied der Roten Kapelle hingerichteten Tochter Cato und gewann den Prozess.

Bis zu ihrem Tod war sie als Malerin und Bildhauerin tätig. Ihre Werke wurden vielfach ausgestellt. Drei Jahre nach ihrem Tod erschien ein Dokumentarfilm, der sich mit Leben und Werk der Künstlerin auseinandersetzt.

Louise Modersohn

geb. Breling  (1883 i† 1950)

war eine deutsche Sängerin und Malerin.

Louise Modersohn-Breling war die zweitälteste Tochter des Fischerhuder

Malers Heinrich Breling  (1849–1914) und seiner Frau Amelie. Zunächst

ließ sie sich als Opern- und Oratoriensängerin ausbilden und wirkte in

Hagen, Hannover und Berlin. 1909 heiratete sie in Fischerhude den

Maler Otto Modersohn (1865–1943), dessen Frau Paula Modersohn

Becker 1907 verstorben war. Aus der Ehe Louise Modersohn-Breling

und Otto Modersohn gingen die Söhne Ulrich (1913–1943) und

Christian (1916–2009) hervor.

Ab 1916 wandte sich Louise Modersohn-Breling der Malerei zu

und entwickelte einen eigenen Malstil im expressiven Realismus.

Jan Bontjes van Beek  18.01.1899 - 05.09.1969,  Wuchs als Kind niederländischer Eltern in Uerdingen auf. Dort besuchte er die Volksschule und das Realgymnasium. Seit 1907 war er deutscher Staatsbürger.

Nach seinem freiwilligen Marinedienst im Ersten Weltkrieg verbrachte Bontjes van Beek einige Monate in Fischerhude und auf dem Barkenhoff von Heinrich Vogeler in Worpswede. 1920 heiratete er die Tänzerin und Malerin Olga Breling.

Er absolvierte 1921–22 eine Ausbildung zum Töpfer,und studierte anschließend am Seger Institut in Berlin.

Mit seiner Schwägerin, der Bildhauerin Amelie Breling (1876–1966), errichtete er 1922 eine Keramikwerkstatt in Fischerhude. Nach einigen auswärtigen, auch ausländischen Aufenthalten arbeitete Jan Bontjes van Beek 1932 zunächst durch einen Auftrag des Architekten Fritz Höger  bei Berlin, um Keramiken herzustellen.

Im Herbst 1942 wurde Jan Bontjes van Beek mit seiner Tochter Cato wegen illegaler politischer Arbeit der Berliner Roten Kapelle von der Gestapo verhaftet. Seine Tochter wurde verurteilt und am 5. August 1943  hingerichtet. Van Beek wurde mangels Beweisen nach drei Monaten Haft freigelassen, aber 1944 zur Wehrmacht eingezogen und als Soldat an der Ostfront eingesetzt. 1945 kam er in sowjetische Kriegsgefangenschaft

Nach dem Zweiten Weltkrieg  begann Jan Bontjes van Beek seine Lehrtätigkeit als Dozent für Keramik, dann als Professor und Rektor der Kunstschule Berlin-Weißensee. Wegen Reglementierung seiner Arbeit durch staatliche Stellen beendete er 1950 dort seine Tätigkeit. 1950 bis 1953 arbeitete er für die Firma „Keramisches Werk Dr.-Ing. Alfred Ungewiß“.

1953 bis 1960 war er Direktor der Meisterschule für das Kunsthandwerk in West-Berlin, danach bis 1966 Professor für Keramik an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, wobei er auch Gelegenheit zur Herstellung von Unikaten hatte.

Jan Bontjes van Beek war zweimal verheiratet. Seiner ersten Ehe mit Olga Breling entstammen die Töchter Cato und Mietje sowie sein Sohn Tim.

Amelie Breling


Sie wurde 1876 in München geboren und verstarb                            1966 in Fischerhude

Älteste Tochter von Heinrich Breling.
Nach ihrer Schulzeit war sie Lehrerin in Hannover.
1909 wurde sie an die Kunstgewerbeschulen in Wien

und Berlin berufen.
1911 wandete sie sich der Bildhauerei zu und war

Schülerin von Hoetger und Maillol.

1922 gründete Sie mit Jan Bontjes van Beek

die Keramikwerkstatt in Fischerhude.

Cato Bontjes van Beek                  14.11.1920 - 05.08.1943,        Kindheit und Jugendzeit verbrachte Cato Bontjes van Beek in der Künstlerkolonie Worpswede/Fischerhude bei Bremen. Catos Eltern, der Keramiker Jan Bontjes van Beek und die Tänzerin und Malerin Olga Bontjes van Beek, geb. Breling, boten ihren Kindern keinen materiellen Wohlstand, wohl aber eine Fülle von künstlerischen und geistigen Anregungen, die entscheidend auf die Kinder wirkten. Solche Anregungen gab es auch von ihrem Onkel Otto Modersohn und ihren Vettern Ulrich und Christian Modersohn.

Von 1929 bis 1933 besuchte Cato Bontjes van Beek die Deutsche Schule in Amsterdam in den Niederlanden. Sie lernte Niederländisch und später auch Englisch bei einem acht-monatigen Aufenthalt in England. Später wurde sie eine leidenschaftliche Segelfliegerin.

Cato war nicht Mitglied im BDM, aber sie trat dem NS-Segelfliegerverband bei, um fliegen zu können. Sie und ihre Schwester Mietje lebten ab 1940 beim Vater in Berlin. In seinem Haus trafen sie Freunde, die Gegner des Naziregimes waren. Dadurch beeinflusst, entwickelten sie früh ein Bewusstsein für das von den Nazis verursachte Leid und Unrecht. Die Familie Bontjes van Beek die mit dem Vegesacker  Flaksoldaten und späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt befreundet war, blieb zunächst in Fischerhude. Als Schmidt dann in Berlin eine Offiziersschule besuchte, brach er seine Freundschaft zur Familie Bontjes van Beek ab.

Cato Bontjes van Beeks Widerstandstätigkeit begann in Berlin als sie im Herbst 1941 in der Wohnung ihres Vaters Libertas Schulz-Boysen kennenlernte, die zu einer Gruppe der Roten Kapelle gehörte. Sie unternahm weitere Aktionen zusammen mit dem Lyriker Heinz Strelow, mit dem sie auch befreundet war. Sie druckten und verteilten illegale Schriften und Flugblätter, die zum Kampf und zum Widerstand gegen die Nazis aufriefen.

Am 20. September 1942 wurde Cato Bontjes van Beek mit ihrem Vater von der Gestapo in Berlin verhaftet, am 18. Januar 1943 vom Reichskriegsgericht Berlin wegen „Beihilfe zur Vorbereitung zum Hochverat“ zum Tode verurteilt. Nach Ablehnung des Gnadengesuchs durch Adolf Hitler wurde Cato Bontjes van Beek neben 15 weiteren Verurteilten am 5. August 1943 im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet.

Zur Erinnerung an Mietje Bontjes van Beek aus Fischerhude geboren am 06.05.1922 verstorben am 17.11. 2012

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© Frank Richard Bey